Leuchtende kleine Wunder

Die letzten Tage habe ich oft zu meinem Seifenblasen-Fläschchen gegriffen. Immer dann, wenn meine Gedanken allzu trübe wurden, kam meine kleinen Wunderwaffe gegen Trübsal zum Einsatz. Jedesmal puste ich dann darauf los und regelmäßig landen die ersten Seifenblasen mitten in meinem Gesicht. ‚Mist, Windrichtung nicht beachtet…“ denke ich und muss direkt schmunzeln. Beim zweiten Versuch klappt es dann in der Regel besser und ich schaue zu, wie die kleinen Blasen durch die Luft wirbeln. Sie tanzen im Sonnenlicht, schillern bunt und leise – einige bleiben kurz liegen, kleine Regenbogen auf dem Boden. Ich puste immer wieder neu. Beobachte, wie sie sich drehen, fliegen, springen und wieder vergehen. Für diesen Augenblick vergesse ich, was auch immer meine trüben Gedanken hervorgerufen hat und verliere mich stattdessen in der Leichtigkeit des Moments.

Und dann ist da plötzlich noch ein Gedanke: Manchmal möchte auch ich sein wie eine Seifenblase. Zart und verletztlich und doch voller Farben und Licht. Ich möchte genau so frei und beweglich sein, durch die Luft tanzen, dem Wind folgen und mit den Herausforderungen des Lebens schwingen. Auch wenn ich weiß, dass manchmal ein kleiner Windstoß reicht, um etwas in mir zu berühren und zum Platzen zu bringen. Aber genau diese Zartheit erlaubt es den Seifenblasen eben auch, das Licht in allen Farben zu reflektieren. Und so trägt jede Blase ein eigenes, schillerndes Leuchten in sich, das einen bleibendem Eindruck hinterlässt.

Die Verletzlichkeit der Seifenblase macht sie nicht schwach, sie macht sie sichtbar, schillernd und lebendig – als kleine, leuchtende Wunder in der Welt. 🫧 😊🫧