Woche 5 meiner AUS.ZEIT.

Tag 29: Manchmal blitzen perfekte Momente auf – unverhofft, ungeplant, unerwartet. Heute stehe ich plötzlich mitten in Getaria, umgeben von Musik, Farben und dem Trubel eines baskischen Festes. In der Luft ein Stimmengewirr, das alles erfüllt. Am Abend dann laden mich meine französischen Nachbarn auf ein Glas Wein ein und wir kauderwelschen uns irgendwie durch. Worte und Sprache sind etwas Wunderbares – verbinden, erklären, lassen kleine Welten entstehen…

Vom heutigen Tag nehme ich mit: Perfekt ist nicht geplant. Perfekte Momente passieren zwischen Menschen, zwischen zwei Augenblicklichen, zwischen einem Lachen und einem Glas Wein. Einfach so. Unverhofft. Lebendig.

Tag 30: Mein letzter Tag im Baskenland. Ein letztes Mal am Strand von Zarautz. Ein letztes Mal pintxos und vino blanco in „meiner“ Bar. Lange sitze ich danach am Strand, schaue dem Spiel der Wellen zu und dem selbstvergessen Spielen der Kinder im Sand: es entstehen Traumschlösser, Dämme und Wassergräben werden gebaut. Hier steht ein kleiner Bagger, dort liegt ein Ball – es ist alles da, was das Herz begehrt. Diese Leichtigkeit möchte ich gerne mitnehmen und sie als Himmel und Weite im Herzen behalten.

Tag 31:  Dieses Bild strahlt so viel Frieden aus, dass ich augenblicklich mit dem Tag versöhnt bin. Die Fahrt von Spanien nach Frankreich war anstrengend, der Tag heiß und Schatten gibt es nur wenig. Aber ich versuche, den Moment anzunehmen, wie er ist. „Wenn der Kopf aufhört zu kämpfen, geht’s leichter„, habe ich irgendwo gelesen und da ist was Wahres dran. Und dann dieser Abend am See: das Licht fällt sanft auf das Wasser, alles ist erfüllt von Ruhe und Stille. Ich atme tief durch und merke, wie es auch in mir ruhig und still wird. Es ist ein kleiner, kostbarer Frieden, den mir dieses Bild und dieser Ort schenken. Danke!

Tag 32: Ein weiterer heißer Tag steht bevor und ich lande mit Bruno auf einem Stellplatz mit ganz viel Schatten. Ich könnte weinen vor Glück über dieses Geschenk des Himmels. Spontan beschließe ich, eine Nacht länger zu bleibe, denn Geschenke soll man doch annehmen und genießen 😊. Überhaupt: das Leben hat keine Wiederholung, deshalb: Jeden Tag genießen und glücklich sein!

Tag 33: Heute gönne ich mir mal einen Tag des Nichtstuns. Den ganzen Tag bleibe ich im Schatten, halte inne und genieße die Zeit. Ein wenig schreiben, viel lesen, ab und an ein erfrischendes Wasserbad für die Füße – alles geschieht in Ruhe. So viel Zeit zu haben, tut unglaublich gut. Ich fühle mich reich beschenkt und bin zutiefst dankbar: Manchmal liegt das größte Geschenk darin, einfach nichts zu tun und den Moment bewusst zu genießen.

Tag 34: Meine Fahrradtour heute führt mich an einen Strand, am dem es wunderbare Muscheln gibt 🐚: Schneckenmuscheln, große, kleine, dicke, längliche,… Ich werde zur professionellen Muschelsucherin und habe am Ende eine ganze Handvoll dieser kleinen Schätze gesammelt – und bin glücklich.

Heute habe ich wieder einmal gelernt: Die kleinen Dinge, die uns zufällig begegnen, sind oft der größte Schatz.

Tag 35: Mein Hildchen 🚲 ist wieder da. Gestern hatte ich einen Platten – und irgendwie Glück im Unglück. Kurz vor Ladenschluss schiebe ich mein Fahrrad in die Werkstatt und bekomme die Zusage, es heute wieder abholen zu können.

Heute Morgen dann die pure Verzweiflung: Kein Taxi, kein Bus in Sicht. Ich atme tief durch, fasse mir ein Herz und frage meine Nachbarn um Hilfe. Und siehe da – Hilfe annehmen öffnet Türen, von denen man gar nicht wusste, dass sie da sind. Am Ende des Tages: ein repariertes Fahrrad und ein unterhaltsamer und kurzweiliger Abend mit zwei netten Menschen.