Woche 6 meiner AUS.ZEIT.

Tag 36: Auch heute sind die Temperaturen wieder hoch und ich freue mich darauf, gleich am Campingplatz angekommen zu sein. Mich im Schatten auzuruhen. Es sind vielleicht noch 15 Minuten bis zum Ziel, als sich mir plötzlich dieser zauberhafte Anblick bietet. Ich bin hin- und hergerissen: Weiterfahren oder anhalten? Aber die ganze Szenerie sieht so schön aus, dass ich einfach anhalten muss. Mehr noch: Ich erlaube mir zu bleiben. Zu bleiben und zu schauen. Tief ein- und auzuatmen. Ich spüre: das ist sie, die Magie des Augenblicks. Unplanbar und manchmal einfach so da.

Tag 37: Endlich habe ich schöne Postkarten gefunden und ich freue mich schon darauf, diese kleinen Grüße in die Welt zu schicken. Ich mag den Gedanken, dass irgendwann jemand seinen Briefkasten öffnet und diese kleine Karte in den Händen hält. Dass sie zu einem kleinen Freudenbringer im Alltag wird. Wie lange sie dann wohl unterwegs war? Welchen Weg sie genommen hat? Vielleicht darf sie ja sogar ein bisschen bleiben und wird Jahre später zufällig wiederentdeckt. Und wird so zu einem kleinen Papier-Anker in der Welt der digitalen Nachrichten. 📪😃

Tag 38: Wenn ich an die Sommerurlaube meiner Kindheit denke, dann denke ich an Frankreich und an den Atlantik. An glückliche Tage voller Freiheit, Abenteuer und Unbeschwertheit. Vielleicht vermisse ich gerade deshalb hier und heute meine Eltern so sehr. Ich würde ihnen so gerne erzählen, dass ich hier bin. Meine Erinnerungen mit ihnen teilen. Ihren Erinnerungen lauschen. Und ich bin mir sicher, sie würden sich sehr freuen, dass ich nun hier bin.

Bei diesem Gedanken fließen ein paar Tränen – aber jede Träne bringt doch auch ein Stück Heilung. Also lasse ich den Tränen ihren Raum…

Tag 39: Nun bin ich also wieder hier in Soulac-sur-Mer, dem Urlaubsort meiner Kindheit. Vor einem kleinen Laden fallen mir bunte Surfbretter aus Holz ins Auge und auf einem lese ich „La vie est belle en Soulac“: Das Leben ist schön. Hier in Soulac. Doch vielleicht liegt die Schönheit gar nicht im Ort selbst, sondern in den Erinnerungen, die ich mit ihm verbinde. In den Sommern, die endlos schienen, in dem Gefühl, dass jeder Tag nach Meer und Freiheit roch. Was ich heute sehe, ist anders als das, was damals war und doch sind viele Erinnerungen greifbar. VIelleicht ist es genau das, was Orte wie dieser können – mich an eine Leichtigkeit erinnern, die mir im Alltag so oft verloren scheint.

Tag 40: Heute gehe ich langsam am Wasser entlang. Jeder Schritt hinterlässt eine Spur, die das Meer bald wieder weggewischt haben wird. Ich spüre, wie der Rhythmus der Wellen mich ruhiger werden lässt. Die Wolken am Himmel und ihr Bild im Sand wirken wie ein Spiegel meiner Seele. Alles ist ruhig. Genau solche Momente wünsche ich mir auch für die Zukunft: Momente, in denen ich einfach nur da bin, in denen es mir gelingt, die innere Unruhe abzustreifen und die Gedanken weiterziehen zu lassen. Gerade jetzt fühlt es sich so an, als ob die Weite des Meeres einen Raum öffnet, in dem Zeit keine Rolle spielt. Oder alles ist.

Tag 41: Auffällig ist sie: die pinkfarbene Schaufel, die da vor mir im Sand steckt. Sie zieht meinen Blick wie magisch an und lädt mich ein, zu erkunden, was hier um- oder ausgegraben wurde. Ein paar Handgriffe nur und Altes wird freigelegt, Neues entsteht. „Veränderung muss nicht schwer sein“, denke ich. Manchmal reicht es, neugierig zu bleiben und den Mut zu haben, einfach loszugraben – aus Freude am Entdecken.

Tag 42: Heute Morgen bin ich mit Rückenschmerzen aufgewacht und alles fühlt sich schwer an. Aber ich möchte mich nicht unterkriegen lassen und greife deshalb schnell zu meinen Seifenblasen. Lieber Seifenblasen 🫧🫧 statt Trübsal blasen – hilft fast immer  😉. Ich puste drauf los und freue mich, wie die Seifenblasen über den Sand wirbeln. Sie tanzen im Sonnenlicht, schillern bunt und leise – einige bleiben kurz liegen, kleine Regenbogen auf dem Boden. Ich puste immer wieder neu. Beobachte, wie sie sich drehen, fliegen, springen und wieder vergehen. Für diesen Augenblick vergesse ich den Schmerz und verliere mich in der Leichtigkeit. Merke: Seifenblasen gehören in jedes Erste-Hilfe-Kästchen 😊🫧.