GEDANKEN.LÜCKE.

Manche Lücken mag ich richtig gern: die Lücke im Straßenverkehr zum Beispiel, die mir das Wechseln der Spur ermöglicht. Oder die Parklücke, die groß genug für meinen Bruno ist. Die Lücke zwischen den Bäumen, die den Blick auf die weite Landschaft freigibt. Oder die Lücke in der Mauer, zwischen zwei Steinen, in der sich eine Blume ihren Weg ans Licht bahnt.

Andere Lücken fordern mich heraus: die Lücke beim Puzzeln, wenn das entscheidende Teil einfach nicht auftauchen will. Oder die Lücke im Gespräch, wenn mir die richtigen Worte partout nicht einfallen wollen.

Und wieder andere Lücken stimmen mich traurig: Zum Beispiel die, die ein Mensch hinterlässt, der nicht mehr Teil meines Alltags ist.

Aber dann gibt es auch noch die Lücken, die ganz unverhofft auftauchen und mir guttun. Wenn der graue Himmel aufreißt und die Sonne durch die Wolken blinzelt. Wenn ein Termin ausfällt und plötzlich Zeit da ist. Wenn zwischen zwei Gedanken ein Moment der Stille entsteht.

Manche Lücken sind lästig, andere ein Glücksfall. Einige wollen gefüllt werden, andere dürfen einfach bleiben.

Nicht jede Lücke ist ein Zeichen dafür, dass etwas fehlt. Manchmal schaffen sie im Gegenteil Raum für etwas Neues. Für frische Gedanken, kreative Einfälle oder einfach auch für nichts Besonderes.

Und vielleicht ist es ja kein Zufall, dass die Lücke auch im Glücken steckt.