GARTEN.REISE.

Manchmal braucht man nur ein bisschen Vorstellungskraft, um auf Reisen zu gehen. Und so bin auch ich diese Woche verreist… in meinen inneren Garten­čî╗.

Der Weg dorthin f├╝hrte durch eine T├╝r, die ich mir genau wie diese hier vorgestellt habe: Gr├╝n und verhei├čungsvoll steht sie da. Einfach so. Mitten in der Landschaft. Was dahinter ist, liegt zun├Ąchst noch ein bisschen im Verborgenen.

Neugierig gehe ich auf die T├╝r zu, ├Âffne sie und betrete meinen inneren Garten. Ja, ich bin neugierig und auch ein bisschen aufgeregt. Es ist, als ob in meinem Bauch lauter kleine Murmeln unabl├Ąssig aneinander klickern. Was werde ich wohl zu sehen bekommen? F├╝r meinen gr├╝nen Daumen bin ich ja nun nicht gerade bekannt ­čśë. Vorsichtig trete ich ein und hebe – mit der Hand noch an der T├╝r – meinen Blick und lasse ihn schweifen.

Was ich sehe, gef├Ąllt mir. Alles ist ein bisschen wilder, aber es w├Ąchst viel dort in diesem – meinem – Garten. Ich mag den Bereich mit den wilden Gr├Ąsern, durch die ich so gerne meine H├Ąnde streichen lasse. Alles ist so weich und warm und wohlig und leicht. Auch die bunte Blumenwiese mit den vielen Schmetterlingen ­čŽő gef├Ąllt mir. Hier setze ich mich einen Moment hin, genie├če die W├Ąrme der Sonnenstrahlen auf meiner Haut und die sanften Bewegungen und Ger├Ąusche um mich herum. Und sp├╝re, wie ich merklich ruhiger werde.

Aber es gibt noch mehr zu entdecken, in meinem inneren Garten. Und so gehe ich weiter und komme in Bereiche, die mir nicht ganz so gut gefallen, die ich ein wenig vernachl├Ąssigt habe. Und so manches Mal habe ich wohl auch vergessen zu ernten, was ich ges├Ąt habe und was so sch├Ân gewachsen ist. Oder fehlt mir etwa das Vertrauen, dass das, was ich ges├Ąt und bearbeitet und gepflegt habe, auch tats├Ąchlich schmeckt??

Und dann gibt es auch die Bereiche, die noch weiter im Verborgenen liegen und die es noch zu entdecken gilt. Wer wei├č, was dort alles auf mich wartet? Vielleicht eine kleine Quelle? Oder eine Schaukel unter einem Baum?

Ich wei├č es nicht. Aber f├╝rs erste reicht mir dieser kleine Blick in meinen inneren Garten auch aus. Ich wei├č ja, dass ich jederzeit dorthin zur├╝ckkehren kann. Und wie es beim Reisen oft so ist, nehme ich auch von dieser Reise eine Erkenntnis mit nach Hause:

Bei allem Wachsen, Hegen und Pflegen, Gedeihen und Sprie├čen gilt es doch auch, nicht zu vergessen, das Leben zu genie├čen.

Und so lasse ich es mir jetzt mal schmecken:
Vel bekomme ­čąĽ­čźĹ­čśŐ­čśő!