STELL.SCHRAUBE.

So, da liegt sie nun vor mir. Die Schraube, die in den letzten sechs Wochen meinen Alltag geprägt hat. 4 cm lang ist sie und man sieht ihr nicht an, welche wichtige Aufgabe sie in dieser Zeit hatte: Den Abstand zwischen Innen- und Außenknöchel in Position zu halten und so für die nötige Stabilität zu sorgen.

Bei einem Sturz habe ich mir nicht nur das Sprunggelenk gebrochen, sondern auch einen Bänderriss zugezogen. Eine komplizierte Verletzung, die auch die eingesetzte Platte mit ihren Schrauben nicht ausreichend stabilisieren konnte. Den fehlenden Halt gab die Stellschraube.

Und während ich sie so betrachte, denke ich: Praktisch so eine Schraube – richtig eingesetzt hält sie etwas zusammen, das allein nicht mehr stabil wäre. Etwas, das aus dem Gleichgewicht geraten ist. Verrutscht. Verletzt.

Manchmal braucht es genau das: Etwas, das Halt gibt – nicht auf Dauer, aber für eine Weile. Etwas, das Zwischenräume überbrückt, die Dinge auf Position hält. Das nicht glänzen oder auffallen muss, sondern einfach nur da ist. Verlässlich. Still. Wirksam. Bis wieder Stabilität da ist.

Halt kommt manchmal von außen. Und wächst innen weiter.