Camino del Norte – Etappe 10
Ein großartiger Weg geht dem Ende zu. Aber erst heißt es noch einmal genießen und feiern: das Aufbrechen, das Gehen, das Ankommen, die Gemeinschaft, das Leben - und mich 😊.
Ein großartiger Weg geht dem Ende zu. Aber erst heißt es noch einmal genießen und feiern: das Aufbrechen, das Gehen, das Ankommen, die Gemeinschaft, das Leben - und mich 😊.
Auf dieser Etappe erfahre ich, dass ein Weihnachtslied – gesungen bei 35 Grad – mir mehr Energie verleiht als ein Schluck Cola. Dass es mindestens zwei Arten von Duschen gibt und man beide aus vollem Herzen genießen kann. Und dass die Zeit mal alles ist und mal nichts.
Es ist der achte Tag auf dem Camino del Norte und wenn dieser Tag eine Farbe hätte, dann wäre dies die Farbe Grün. Das Gefühl für Zeit und Raum ist mir inzwischen völlig abhandengekommen und ja, steter Tropfen höhlt den Stein.
Auf dieser Etappe lassen mich fünf Briefe voller Liebe, voller Herz und voller Persönlichkeit sprachlos (aber nicht wortlos) werden. Und schenken mir einen Moment, den ich so schnell nicht vergessen werde.
Ein Etappe, die mit viel Phantasie verbunden ist: Da wäre zum einen das kleine Schreckgespenst, das am liebsten all unsere Vorräte auffuttern würde und zum anderen der kleine Seelenvogel, der so viel zu tun hat...
Ein Tag, der mit geschenkten Stunden begann. Ein Tag, der viel Grau im Gepäck hatte, aber auch einige Lichtstrahlen. Ein Tag, der mich mit seinen weiten Blicken übers Meer immer wieder aus meinem Unterschlupf heraus gelockt hat. Und nicht zuletzt ein Tag, der mir am Ende dieser Etappe eine wertvolle Erkenntnis lieferte.
Am vierten Tag begegne ich Schnecken und Mistkäfern, ich wäre gerne eine Murmeltier und tauche ein ins Abenteuer und ins kühle Nass. Ich fühle mich wie ein Kind, das jauchzend den Hang hinabsaust und bin voller Emotionen. Und am Ende des Tages werde ich wieder ein Stück näher bei mir angekommen sein.
Auf dieser Etappe von der Pilgerherberge der "Zwölf Stämme" über San Sebastian bis nach Orio spielen die Pausen eine ganz entscheidende Rolle. Wir riskieren außerdem einen Blick durchs Fenster und werden für unseren Mut reich belohnt.
Eine wunderschöne Etappe, die mich viel gekostet, mir aber auch viel gegeben hat. In diesem Beitrag lest ihr etwas über Museumstage und über Steine, die zuerst das Weiterkommen blockieren, dann aber zu Trittsteinen werden und zu mehr Weitsicht führen.
Es ist der erste Tag auf dem Camino del Norte und wir sind irgendwie schon mittendrin und doch noch gar nicht losgelaufen. Heute früh ging es mit dem Zug von San Sebastian nach Irun und nun sitzen wir hier im Café unter einem der großen Sonnenschirme - oder sollte ich besser sagen Regenschirme?